Rückblick auf die Ergebnisveranstaltung zur Umfrage 65+ „Wie altersfreundlich ist meine Gemeinde?“
Am Donnerstag, 22. Januar 2026, fand im Reberhaus Uettligen die öffentliche Ergebnisveranstaltung zur Umfrage 65+ «Wie altersfreundlich ist meine Gemeinde?» statt.
Knapp 90 interessierte Einwohnerinnen und Einwohner informierten sich aus erster Hand über die Resultate der Befragung.
Die Umfrage wurde im Sommer 2025 von der Regionalen Fachstelle Alter in den Gemeinden Wohlen, Kirchlindach, Bremgarten und Meikirch durchgeführt. In der Gemeinde Wohlen wurden 2’969 Fragebogen an Personen ab 65 Jahren verschickt, 1045 davon ausgefüllt retourniert. Das ist ein erfreulicher Rücklauf von ca. 35%. Ziel war es, die Bedürfnisse älterer Menschen in den Bereichen Lebensgestaltung, Gesundheit, Wohnen, Mobilität und Information zu erfassen. Die von Udo Allgaier, Leiter der Regionalen Fachstelle Alter, präsentierten Ergebnisse zeichneten insgesamt ein sehr positives Bild.
Nahezu alle Befragten fühlen sich in der Gemeinde wohl und sicher. 98% sind mit ihrem Alltag zufrieden.
Auch die medizinische Grundversorgung und das subjektive Gesundheitsgefühl werden von einer grossen Mehrheit als gut beurteilt. Diese Rückmeldungen bestätigen, dass Wohlen bei Bern in vielen Bereichen bereits heute altersfreundlich aufgestellt ist.
Gleichzeitig machte die Auswertung deutlich, wo Handlungsbedarf besteht.
Besonders oft genannt wurden der Mangel an bezahlbarem, altersgerechtem Wohnraum sowie der Wunsch nach zusätzlichen Treff- und Begegnungsorten.
Viele ältere Menschen möchten aus einem Einfamilienhaus in eine kleinere, hindernisfreie Wohnung wechseln und dabei weiterhin in der Gemeinde wohnen bleiben. Zudem wurden Probleme im öffentlichen Raum angesprochen, etwa bei der Beleuchtung, bei Trottoirs oder bei der Hindernisfreiheit von Postautohaltestellen.
Michelle Hufschmid-Lim, neu gewählte Gemeinderätin für das Departement Soziales, nahm an der Veranstaltung Stellung zu diesen Rückmeldungen. Sie berichtete auch von ersten Massnahmen, die nun eingeleitet werden.
Zum Beispiel werden im Frühling auf dem problematischen Kiesweg zwischen dem Parkplatz Gemeindehaus bis zum Friedhof Verbundsteine verlegt, damit er mit Rollstuhl und Gehhilfe besser passierbar ist. Mit den Ergebnissen der Umfrage werden nun das regionale Alterskonzept und das Altersleitbild von Wohlen aktualisiert. Zudem sollen konkrete kommunale und regionale Massnahmen daraus abgeleitet werden. In der abschliessenden Fragerunde brachten die Teilnehmenden weitere Erfahrungen und Anliegen ein.
Bei vielen Fragen war Gemeindepräsident Bänz Müller angesprochen, der aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kompetent und engagiert antworten konnte. Als sehr problematisch wurde z.B die neu behindertengerecht gestaltete PostAuto-Station im Berner Bahnhof beurteilt. Beim spontanen Aufruf im Plenum, wer dort auch schon gestürzt sei, meldeten sich sofort 4 Personen. Die Gemeinde hat sich bereits mit den Verantwortlichen in Verbindung gesetzt und auf die Probleme hingewiesen.
Beim anschliessenden, vom Seniorenrat organisierten Apéro bot sich die Gelegenheit, den Austausch in informeller Atmosphäre fortzusetzen.
Nun gilt es, die identifizierten Handlungsfelder anzugehen, um die hohe Altersfreundlichkeit auch in Zukunft zu sichern.
«Die Antworten von Bänz Müller und Michelle Hufschmid-Lim in der Fragerunde wurden sehr geschätzt. Besonders wertvoll war die transparente Kommunikation der bereits eingeleiteten Massnahmen mit direktem Bezug zu den Rückmeldungen aus dem Fragebogen. Dadurch wurde deutlich, dass die Gemeinde die Umfrage ernst nimmt und in ihrem eigenen Einflussbereich rasch und unbürokratisch handelt.»
Rückmeldung von Franz Huber, Präsident des Seniorenvereins
An der Ergebnisveranstaltung wies Marie-Louise Ravazzolo auf das Angebot von «Wohlen vernetzt» hin. Angebote und Nachfragen können per E-Mail an: wohlen-vernetzt@seniowohlen.ch oder Tel. 079 683 78 65 erfolgen.
«Wohlen vernetzt» ist eine Kontakt- und Vermittlungsstelle für Dienstleistungen und beruht auf dem Prinzip von Geben oder Nehmen.