Achtsamkeit im alter 8
12. Mai 2026

Rückblick: Achtsamkeit im Alter – für mehr Gelassenheit

Der Anlass „Achtsamkeit im Alter – für mehr Gelassenheit“ vom 5. Mai 2026 im Reberhaus stiess auf grosses Interesse und war bereits im Vorfeld ausgebucht.

Organisiert wurde der Anlass im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Gesundheit im Alter» durch die Regionale Fachstelle Alter und den Seniorenverein Wohlen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Achtsamkeit Bern. 

Der Nachmittag bot eine fundierte und zugleich praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Thema Achtsamkeit im Alter. Nach der Begrüssung von Franz Huber, Präsident Seniorenverein, führte der Referent Frederik Torhorst in das Thema ein und machte von Beginn an deutlich, dass Achtsamkeit weit mehr ist als ein Wellness-Trend. 

Vielmehr hat sie ihren Ursprung im klinischen Kontext und wird dort eingesetzt, wo die Schulmedizin an ihre Grenzen stösst, etwa im Umgang mit chronischem Stress, Schmerzen oder belastenden Lebenssituationen. 

Achtsamkeit wurde als eine Form von „Bewusstseinskompetenz“ beschrieben, als eine Art Bedienungsanleitung für den eigenen Geist oder als Landkarte, die hilft, sich im eigenen Erleben zu orientieren. 

«Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit neuen Augen zu schauen.» 
Nach: Marcel Proust, La Prisonnière 

Im Zentrum stand die Fähigkeit, den gegenwärtigen Moment bewusst und ohne Bewertung wahrzunehmen. Dabei wurde betont, dass es nicht primär darum geht, zur Ruhe zu kommen, auch wenn dies oft eine Folge ist, sondern vielmehr um Wachheit und Präsenz im Umgang mit dem eigenen Erleben. Achtsamkeit ist somit kein Zustand, sondern ein Training. Durch regelmässige Praxis kann sie gezielt entwickelt und gestärkt werden. 

Die Teilnehmenden erhielten die Möglichkeit, einfache Übungen auszuprobieren. Dazu gehörten Sitzmeditationen, die bewusste Wahrnehmung des Atems sowie das Lenken der Aufmerksamkeit auf Körperbereiche wie Füsse und Hände (Bodyscan). 

Ein Fokus lag auf den Herausforderungen des Älterwerdens. Körperliche Veränderungen und emotionale Belastungen können im Alter zunehmen, und genau hier kann eine achtsame Haltung unterstützen, gelassener damit umzugehen und die eigene Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern. 

Und wer sich selber freundlich und wohlwollend begegnet, wird auch für seine Mitwelt verträglicher. Insgesamt wurde deutlich, dass Achtsamkeit keine kurzfristige Entspannungstechnik ist, sondern eine nachhaltige Praxis, die hilft, bewusster, wacher und gelassener mit sich selbst und den Herausforderungen des Lebens umzugehen, gerade auch im Alter. 

«Der gegenwärtige Moment ist der einzige Moment, in dem wir tatsächlich leben. 
Vergangenes ist vorüber, Zukünftiges noch nicht geschehen. Nur die Gegenwart steht uns zum Leben zur Verfügung. Das Jetzt ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um zu sehen, zu handeln, um heil und gesund zu werden.» 
Nach: Jon Kabat-Zinn, Full Catastrophe Living

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